Jürgen Wagner: Aufmarsch gegen Russland

Die NATO im Neuen Kalten Krieg
Dienstag, 18. September 2018, 19.30 Uhr, Vhs Forum, Eintritt frei

Spätestens seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise hat sich das westlich-russische Verhältnis in einem Maße verschlechtert, dass heute vielerorts von einem Neuen Kalten Krieg die Rede ist. Glaubt man westlichen Vertretern aus Militär und Politik, so trägt ausschließlich Russland hierfür die Verantwortung, schließlich habe das Land leichtfertig die ihm nach dem – vorläufigen – Ende des Kalten Krieges ausgestreckte Hand weggeschlagen. Demgegenüber beschreibt der Referent, dass es vor allem die NATO war, die bereits kurz nach dem Ende der Blockkonfrontation die Weichen in Richtung eines Neuen Kalten Krieges gestellt hat. Dadurch wurde eine Eskalationsspirale in Gang gesetzt, in der mittlerweile beide Seiten mit harten machtpolitischen Bandagen zu Werke gehen. Aus friedenspolitischer Sicht hat diese Entwicklung eine Reihe fataler Auswirkungen: Von Fragen der nuklearen Abrüstung bzw. Wiederaufrüstung bis hin zu Themen wie Aufrüstung und Rekrutierung in Deutschland selbst.

Der Referent Jürgen Wagner ist Politikwissenschaftler und Vorstandsmitglied der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. Zuletzt erschien von ihm das Buch „NATO: Aufmarsch gegen Russland“ (Berliner Buchgesellschaft, 2017).